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Blühflächen

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Blühflächen sind in der Landschaft vorhandene Flächen, die weder landwirtschaftlich, noch ökologisch genutzt werden und auch für den Siedlungsbedarf nicht relevant sind. Die Flächenverwertung dieser Bereiche soll für den Lebensraum blütensuchender Insekten, also auch der Wild- und Honigbienen, gestaltet werden, um eine höhere Biodiversität zu schaffen. Das IfA (Institut für Agrarökologie) hat 2012-14 eine bundesweite Potenzialstudie durchgeführt, die besagt, dass sich das (quantitative) Potenzial von Blühflächen auf 3-6% der Gesamtfläche von Deutschland beläuft, das einen wenig diversen bis schlechten floralen Zustand aufweist. Blühflächen sind meist kleinräumig, können aber trotzdem einen nennenswerten prozentualen Anteil einer Agrarlandschaft einnehmen. In erster Linie sind hier die Kommunen gefragt.

bee-my.world zählt hier einige Beispiele für geeignete Blühflächen auf:
Artenvielfalt für Bienen
  • Wegbegleitende Blühflächen sind z.B. Straßenböschungen und Wegränder, die sich über mehrere Kilometer entlang von Orts-, Kreis-, Landes- und Bundesstraßen oder Feldwegen erstrecken. Obwohl sie meist schmal sind, ergeben sie aufgrund ihrer Länge große zusammenhängende Flächen. Sie können Blüten mit Nektar bereitstellen und Kleinhabitate für viele Tierarten bieten. Doch sie schaffen für Tiere auch Wandertrassen und Verbindungslinien mit anderen Lebensräumen.
  • Verkehrsinseln sind flächig und im Gegensatz zu den Straßenböschungen oft besser vor den Auswirkungen des Straßenverkehrs geschützt. Da sich auf größeren Verkehrsinseln zum Beispiel bei Autobahnkreuzen die Natur weitgehend ungestört entwickeln kann, weisen diese Lebensräume oftmals eine reichhaltige Fauna und Flora auf.
  • Bahndämme gehören zu den interessantesten und artenreichsten Blühflächen in Deutschland. Sie bieten mit ihrer wenig gemähten Vegetation in Verbindung mit sonnenbeschienenen Schotterflächen vielen Arten einen Lebensraum. Insbesondere wärme- und trockenheitsliebende Arten finden hier geeignete Bedingungen vor. Die beeinträchtigung von Flora und Fauna durch den Bahnverkehr ist gering.
  • Auch Hochwasser Dämme und Deiche bieten ähnlich wie Bahndämme zahlreiche Lebensräume, die auch seltene Arten beheimaten. Hochwasserdämme verbinden Habitate häufig über lange Strecken und bieten zwischen der Wasserseite und den landwirtschaftlichen Nutzflächen auf der anderen Seite oft Rückzugsräume oder blühende Nahrungsinseln für Insekten.

In vielen Gemeinden oder ihrem unmittelbaren Umfeld finden sich zahlreiche Grünflächen. Es sind Areale entlang von Verkehrswegen, Grünanlagen im Ort, Parks, aber auch Unlandflächen oder nicht gezielt genutzte Zwickel und vieles mehr. Solche Flächen werden häufig nicht naturschutzfachlich genutzt und ihre Bearbeitung beschränkt sich auf regelmäßige Mahd, um möglichst effizient Flächenpflege zu betreiben.